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Sprache unterrichten heißt über den Tellerrand schauen!

Fortbildungsreihe „Ehrenamtliche Sprachförderung – Brücke zur Integration“ geht in die vierte Runde

Am 15.02. 2020 beendeten die Teilnehmenden aus dem Fortbildungsbildungsgang „Ehrenamtliche Sprachförderung als Brücke zur Integration“ mit einer Zertifikatsübergabe durch Nisa Punnamparambil-Wolf (Forum Ehrenamt) und Mona Kheir El Din(Referentin) erfolgreich ihren Kurs. 6 Frauen aus unterschiedlichen Nationen (Deutschland, Syrien, Mexiko) wurden zu qualifizierten Sprachmittlerinnen fortgebildet.

Zum vierten Mal fand diese Qualifizierung nun statt. Mit der Fortbildungsreihe stellt das Forum Ehrenamt erstmalig  2017 die ehrenamtliche Sprachförderung auf qualifizierte Füße und seither absolvierten rund 30 Ehrenamtliche aus Königswinter und der Umgebung den Fortbildungsgang.

Das Pilotprojekt startete im ersten Halbjahr 2017. Um dieses Sprachförderangebot für Erwachsene vorhalten zu können, bedarf es besonderer sozialer und fachlicher Kompetenzen sowie Wissen über die Rahmenbedingungen innerhalb derer Sprachpatinnen tätig sein sollen.

 

„Interkulturelles Verständnis und der Perspektivwechsel sind sehr wichtig!“

Sprachvermittlung bedeutet nicht nur Grammatik und Vokabeln zu vermitteln, sondern auch zu begreifen, woher der/die Lernende stammt, welche Kommunikationskultur ihr/ihm vertraut ist, welche Vorbildung er/sie mitbringt und welche Ängste /Sorgen ihn/sie umtreiben. „Sprache unterrichten heißt, sich der kulturellen und sozialen Hintergründe bewusst zu werden!“ so eine deutsche Teilnehmende.

Für diese Frau war es sehr wichtig von einer syrischen Teilnehmerin und den Referentinnen zu erfahren, welchen Status Frauen haben, die gerne lernen und in Syrien Karriere machen wollen. Bin ich als Frau im arabischen Sprachraum überhaupt eine ernstzunehmende Lehrperson für einen Mann? Wie ist es für mich als Sprachpatin wenn mein Deutschschüler die ganze Zeit mit dem Handy beschäftigt ist. Kenne ich online Sprachangebote? Welches Sprachvermittlungsmedium setze ich ein? Wie schaffe ich gute Lernverhältnisse? Wo kann der Deutschlernende optimal lernen? Ist der Lernende alphabetisiert und wenn ja, in welcher Schriftsprache?

Informationen über die gesellschaftliche und soziale Situation der Herkunftsländer können interkulturellen Missverständnisse vorbeugen, die gegenseitige Vertrauensbildung und damit auch die Sprachförderung erleichtern.

Frauen mit Migrations-und Fluchtgeschichte als zukünftige Sprachpatinnen ausgebildet
Besonders erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass zum zweiten Mal auch eine geflüchtete Frau teilnimmt. Die Frau aus Syrien hat bereits für verschiedene Organisationen und Behörden als Sprachmittlerin / Übersetzerin ehrenamtlich gearbeitet. Frau R. aus Mexiko möchte sich gerne noch mehr für Migrantinnen und Deutsche engagieren. Sie interessiert besonders die spezifischen Einblicke in die Sprachvermittlung für multikulturelle Gruppen auf unterschiedlichen Niveaus. Ihre eigenen Erfahrungen /Schwierigkeiten bei dem Erwerb von Deutsch als Fremdsprache sind sehr hilfreich, um die Lernschwierigkeiten  von geflüchteten / Migranten besser nachzuvollziehen.
Themenschwerpunkte  der fünf Module waren u. a.:

  • Möglichkeiten und Grenzen der ehrenamtlichen Sprachförderung:  Die Rolle des Sprachpaten
  • Methoden und Didaktik in der ehrenamtlichen Sprachförderung
  • Professionelle und ehrenamtliche Sprachförderung 
  • Chancen und Aufgaben
  • Mehrsprachigkeit und Multikulturelle Sprachgruppen – eine besondere Herausforderung

Die Referentinnen Maisa Tarakji und Mona Kheir El Din konnten aufgrund ihrer eigenen Mehrsprachigkeit, Migrationsgeschichte und der Erfahrung in der Sprachlehrtätigkeit viele Hürden der Sprachpaten und ihrer Schülerschaft nachvollziehen und Ihnen wichtige Tipps für ihre Alltagspraxis geben. Die Teilnehmenden waren sehr dankbar für die Vermittlung kultureller Hintergründe, die authentisch von den Referentinnen vermittelt werden konnten.

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