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Fahrrad Check-up: Reparatur Workshops vor Ort

Mit dem Ziel, den Rad fahrenden Asylsuchenden Basiswissen rund um die Pflege und Instandsetzung ihrer zumeist gespendeten Fahrräder zu vermitteln, sind Eva und Klaus (Fahrrad Coaches des Forum Ehrenamt) an diesem Samstagvormittag mit Pavillon und Werkzeugkisten im Haus Katharina angerückt.

Zunächst war die Resonanz an dem "Fahrrad Check-up" überschaubar, ein Vater mit seinem Sohn warteten bereits auf uns und baten uns um tatkräftige Hilfe bei der Reparatur ihrer Gefährte. Das - und vermutlich auch unser auffälliges Zelt im Innenhof - hat dann wohl spontan einige andere Bewohner animiert, ihre defekten Fahrräder zur Begutachtung und möglichst zur Instandsetzung vorzuführen. Somit war die ursprüngliche Idee, den Workshop-Teilnehmern etwas über Reifenflicken, Kettenpflege, Beleuchtungscheck und ähnliches zu erklären, schnell erweitert um tatkräftiges Handanlegen an Kettenumwerfer und Schaltwerk oder auch dem Justieren von Bremsbacken und Schaltzügen. Vieles konnten wir mit Improvisation (u.a. Flickzeug, Klebeband, Kabelbinder, ein paar Schrauben) und Geschick bewältigen, wobei ein Zugriff auf Material und Ersatzteile unserer Werkstatt von Vorteil gewesen wäre. Nach gut 2 Stunden waren die meisten Defekte behoben, etliche Tipps gegeben und ein paar Kniffe gelernt. Unsere zufriedene "Kundschaft" hat uns abschließend freundlicherweise beim Abbau und Transport von Zelt und Werkzeug geholfen.

Mit einem lautstarken Hallo aber auch leicht chaotischem Durcheinander wurden Eva und Klaus eine Woche später im Hof der Stieldorfer Unterkunft empfangen. In etwa 15 Kinder und einige Elternteile standen bereits mit ihren Fahrrädern zwischen den beiden Häusern - einzelne schauten sich das Spektakel aus den Fenstern an - und zeigten uns vornehmlich ihre mehr oder weniger reparablen Kinder- und Jugendräder. Wir waren bereits um 10:30 Uhr, just zur Ankunft in Stieldorf, sofort von einer Menschentraube umlagert, wobei nahezu jedes der Kinder immer wieder mit erwartungsvollem Blick nachfragte, ob denn bitte das eigene Fahrrad als nächstes repariert werden könne. Plattgefahrene Reifen rangierten unter den Defekten an erster Stelle, dann wurden fehlende Ventile und abmontierte Bremsen beklagt, gerissene Schalt- & Bremszüge, verbogene Schaltwerke und Pedale. Ein Vater hatte sich zeitweise mit uns gemeinsam bemüht, mit dem von uns mitgebrachten Werkzeug und den beiden Luftpumpen zunächst einmal die schwierigen von den vermeintlich einfachen Reparaturen zu sondieren. Dennoch war es zeitweise schwer, bei dem Gewusel den Überblick über die jeweils zu reparierenden Exemplare und das mittlerweile überall verteilte Werkzeug zu behalten, denn speziell die größeren Kinder taten hier und da genau das, was wir mit der Veranstaltung bezwecken wollten: sie versuchten sich selbst zu helfen.

Etwas Entspannung kam bei den vielen wartenden Kindern sowie uns beiden Coaches auf, als sich Maren zu uns gesellte und uns tatkräftig bei der Schrauberei unterstützte. Allerdings konnten wir bei einigen Problemen schlicht nicht weiterhelfen, weil wir z.B. fehlende Bremsbacken, zerschlissene Mäntel, gebrochene Speichen, geplatzte Schläuche oder gar eine fehlende Kette nicht einfach ersetzen konnten, worauf offenbar alle gehofft hatten. Die kleineren Reparaturen, wie Räder ausbauen um Schläuche zu flicken und Schrauben an Sätteln, Lenkern, Pedalen und Schutzblechen nachzuziehen, konnten wir hingegen zur Freude der Kinder ebenso erledigen wie auch grundsätzlich noch intakte Bremsen und Schaltungen justieren. Zum Ende des "Workshops", nach fast 4 Stunden Bastelei, waren dann etliche Kinder glücklich, wieder mit ihren fahrbereiten Rädern herum toben zu können, anderen war die Enttäuschung anzusehen, dass gerade ihre Rädchen - auch beim besten Willen - nicht ohne die Beschaffung von Ersatzteilen zu reparieren waren. Alle anwesenden Kinder äußerten mehrfach den Wunsch nach baldiger Wiederholung, eines fragte gar hoffnungsvoll: "Kommt ihr denn jetzt jeden Samstag?"

Bericht: Klaus Witberg

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