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Projekt "Radfahr- und Verkehrsertüchtigung für Flüchtlinge"

An vier Nachmittagen im März 2019 trafen sich 8 Projektteilnehmer/innen aus den Königswinterer Einrichtungen für Geflüchtete „Haus Katharina“ sowie „Probsthof“ zur Fortbildungsmaßnahme mit den Fahrradcoaches des Forum Ehrenamt.

Teil 1 – Theorie „Verkehrsregeln“
Zu den angesetzten Theoriestunden, die im Probsthof abgehalten wurden, erschienen 3 junge Frauen und 5 Herren in gemischtem Alter, die fast alle erfreulicherweise ausreichend deutsche Sprachkenntnisse aufwiesen, so dass der Unterricht und später auch die allgemeine Verständigung zumeist ohne zeitraubende zusätzliche Übersetzung von statten ging. Somit konnten die 4 Coaches (Anke, Andreas, Thomas, Klaus) die hiesigen Verkehrszeichen ausführlich erläutern und die radfahrspezifischen Schilder und Verhaltensregeln besonders hervorheben. Danach stand das „verkehrssichere Fahrrad“ im Mittelpunkt des Interesses, wobei ausgeteilte mehrsprachige Folien die erforderlichen Komponenten am Fahrrad zusätzlich verdeutlichten. Die an 3 Laptops in Englisch, Französisch und Farsi vorgeführten Videos der Verkehrswacht konnten das zuvor Gehörte nochmals vertieften und wurden teilweise lebhaft kommentiert. Abschließend kamen dann erstmalig die gebastelten Straßenpläne mit unterschiedlich gestalteten Verkehrssituationen zum Einsatz. Die flexibel abbildbaren Spielszenen wurden an 2 Tischen von jeweils 2 Coaches mit Verkehrszeichen versehen und kommentiert und die Teilnehmer waren allesamt aufmerksam und mit sichtlichem Vergnügen damit beschäftigt, die (Spielzeug-)Busse, LKWs, Autos und Fahrräder auf dem Spielplan in richtiger Reihenfolge die Kreuzungen und Einmündungen passieren zu lassen und die Hinweis-, Warn-, Gebots- und Verbotsschilder korrekt zu interpretieren. In wie weit sich die recht umfassende und intensive Wissensvermittlung bei den Trainees niedergeschlagen hatte, davon konnten sich alle Beteiligten bereits am Folgetag bei den ersten praktischen Übungen überzeugen.

Teil 2 – Praxis „Fahrradparcours“
Über eine sehr gelungene Praxisübung „Parcours" bei angenehmem Frühlingswetter konnten sich an diesem Spätnachmittag wohl alle Anwesenden freuen. Neben Andreas und Klaus als Coaches gab es handwerkliche sowie mentale Unterstützung durch Eva und Marianne B. (IL). Mit der Vorauswahl der Fahrräder waren nach kurzen Justagen von Sattel und Lenker dann auch schnell alle Radler zufrieden. Die Helme wurden festgezurrt und die Warnwesten leuchteten in der Abendsonne. Die 8 Teilnehmer/innen hatten sichtlich Vergnügen an den diversen Geschicklichkeits- wie auch Konzentrations-Fahrten um Pylonen herum und an Verkehrsschildern entlang. Das Verhalten an unterschiedlich beschilderten Kreuzungen und die verschiedenen Handzeichen - zum Abbiegen und bei
Gruppenfahrten - wurden gesondert sorgfältig geübt. Zwei etwas ungeübtere Radler hatten sich ein wenig mehr Eingewöhnungszeit gewünscht und kurvten außerhalb unseres Parcours, um beim späteren Rekapitulieren von Verkehrsschildern und dem korrekten Verhalten auf der Straße wieder mit Begeisterung in der Gruppe mit zu wirken. Nach 90 Minuten packten schließlich dann auch alle - sichtlich zufrieden - mit an, um sämtliches Material einzusammeln und die Räder geordnet vor die Werkstatt zurück zu stellen.

Teil 3 – Praxis „Gruppenfahrt durch Oberpleis“
Unsere erste gemeinsame Tour durch Oberpleis war recht anspruchsvoll geplant, wohl wissend, dass die Teilnehmer/innen keine geübten oder gar trainierten Radler sind. Leider ist die Straßenführung in und um Oberpleis selten eben, so dass das hügelige Profil schon eine Herausforderung für sich darstellte. Die meisten der Teilnehmer/innen fühlten sich bereits relativ sicher auf dem Rad und im Umgang mit den geübten Verkehrsregeln. Da wir mit vier Fahrradcoaches (Anke, Andreas, Thomas, Klaus) die Tour begleiten konnten, waren alle Schüler/innen bestens und individuell betreut. Trotz aller Anstrengungen auf dem Rundkurs haben sich alle Mitradler äußerst diszipliniert verhalten, selbst 3 technische Defekte konnten die Gruppe nicht wirklich aus dem Tritt bringen, obwohl ein erzwungener Abstecher zurück in die Werkstatt zum Rädertausch als auch provisorische Reparaturen unterwegs etwas Zeit kosteten. Letztlich konnten wir damit aber auch zeigen, dass sich Radfahrer durchaus selbst spontan zu helfen vermögen. Nach etwas mehr als einer Stunde trafen wir wohlbehalten mit einsetzender Dämmerung wieder an unserem Ausgangspunkt ein, dem Übungsgelände vor
unserer Werkstatt. Der letzten Tour in Königswinter fieberten danach wohl alle entgegen, da es dort deutlich flacher und entspannter entlang des Rheins zu radeln geht.


Teil 4 – Praxis „Gruppenfahrt in und um Königswinter“
Es sollte sich doch lohnen, dass Anke Regenschutzhosen und wärmende Handschuhe für die Teilnehmer unserer Abschluss-Ausfahrt mitgebracht hatte… denn nachdem der Tag sich bis kurz vor Fahrtantritt exakt an die Wetterprognose („stark bewölkt aber trocken“) gehalten hatte, mussten sich alle Teilnehmer dann doch mit einsetzendem Dauernieselregen arrangieren. Dennoch gut gelaunt startete die ausgearbeitete Tour entlang der Rheinpromenade in Richtung Insel Grafenwerth. Ein Schlenker durch die Rhöndorfer Wohngebiete war eigens für die Auffrischung von Vorfahrtsregeln und weiteres Üben der Handzeichen sowie der Vermittlung von gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr eingebaut.


Der Weg zurück führte unsere Radgruppe dann durch die Königswinterer Altstadt, wo wir als „Peloton“ die Vorzüge der seit kurzem dort eingerichteten Fahrradstraße auskosten konnten. Am Haus Katharina verabschiedeten wir uns von den dort untergebrachten Trainees und konnten in freudestrahlende Gesichter schauen, als wir ihnen die Teilnahmebescheinigungen überreichten. Im Gegenzug gab es einen speziell einstudierten Dankesgruß, über den sich die Coaches merklich freuten. Der Rest der Gruppe trat dann nochmals in die Pedale, um den letzten Kilometer bis zum Probsthof in aller Gelassenheit zu absolvieren. Auch hier war die Stimmung bestens, denn mit den übergebenen Urkunden ging auch das jeweilige Fahrrad, an das sich die Teilnehmer während der praktischen Schulungsteile gewöhnt hatten, in deren Besitz über. Mit einem freundlichen Radfahrergruß verabschiedeten sich die vier Fahrradcoaches Anke, Andreas, Thomas und Klaus von den leicht erschöpften aber sichtlich glücklichen Fahrradschul-Absolventen.

Bericht: Klaus Witberg

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